Brieffreu(n)de

Briefaustausch zwischen Seniorinnen, Menschen mit Migrationshintergrund oder Schweizerinnen

  1. Ausgangslage
    In der Schweiz leben rund 1,2 Millionen Menschen über 75 Jahre, und jede dritte Person von
    ihnen fühlt sich oft oder manchmal einsam1. Diese Zahl hat aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Isolation rapide zugenommen. Ebenso fühlen sich Menschen mit Migrationshintergrund (Asylsuchende und Migrant*innen) oft einsam und es ist für sie schwierig, aufgrund der Sprachbarriere, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und lokale Freunde zu finden.
  2. Projektbeschrieb
    Die Hauptidee dieses Projekts besteht darin, Seniorinnen in Altersheimen oder auch Zuhause, die gerne Briefe schreiben und den Kontakt mit Menschen suchen, mit Personen mit Migrationhintegrund (Asylsuchende und Migrantinnen) in Kontakt zu bringen, die die lokalen Sprachen lernen oder verbessern wollen. Es würden Paare aus einer Person aus dem Altersheim und einer Person gebildet, die sich gegenseitig regelmässig Briefe in der Lernsprache schreiben würden. Neben den Tandems mit Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen auf der Flucht, öffnen wir das Projekt auch für alle interessierten Personen, die sich einen Generationenaustausch wünschen.
  3. Projektziele
    Eines der Ziele dieses Projekts ist es, Seniorinnen dabei zu helfen, ihre Einsamkeit oder den fehlenden Kontakt zu Menschen außerhalb des Hauses zu überwinden. Seniorinnen, die keine Besuche erhalten oder nur wenig Kontakt zu geliebten Menschen haben, können neue Beziehungen aufbauen, eine Tätigkeit finden, worauf sie sich freuen können, oder einen neuen Sinn in ihrem Leben finden. Das Projekt kann den Senioren und Seniorinnen auch die Gelegenheit bieten, ihre Lebenserfahrungen und Erinnerungen auszutauschen und anderen zu helfen, sich besser in der Gesellschaft zuerechtzufinden.
    Auf der anderen Seite können Personen, die die lokale Sprache lernen, ihre Schreibfähigkeiten und ihren Wortschatz in der Landessprache verbessern. Darüber hinaus würde ihnen dieses Projekt die Möglichkeit bieten, ihre Kultur und Erfahrungen zu teilen und sich an einem sozialen 1 Bundesamt für Statistik (2019) Einsamkeitsgefühl in der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, nach Migrationsstatus und verschiedenen soziodemografischen Merkmalen. Abgerufen von
    https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/migrationintegration/
    integrationindikatoren/indikatoren/einsamkeitsgefuehl.assetdetail.9186018.html
    Projekt zu beteiligen und den Austausch zu fördern. Sie hätten auch die Möglichkeit, die lokale Kultur durch die Interaktion mit Einheimischen kennenzulernen oder besser zu verstehen. Auch für Einheimische ist das Brieffreundeprojekt eine attraktive Möglichkeit, sich mit der älteren Generation auszutauschen und neue Einblicke und Perspektiven zu erhalten.
  4. Organisation
    a. Die interessierte Person setzt sich entweder selbst oder über einen Mitarbeiterin der Institution mit dem JRK SG in Verbindung (JRK bereitet ein Anmeldeformular vor).
    b. JRK SG verbindet eine Person aus dem Altersheim mit einer Person, die je nach Niveau die Landessprache lernen und die Schreibkompetenzen verbessern möchte. Auch die lokale Bevölkerung darf natürlich am Projekt teilnehmen.
    c. Das JRK sendet Briefmarken sowie Schreibpapier an die teilnehmenden Personen.
    d. Die oder der Briefpartnerin schickt einen Brief an die Seniorin oder an den Senior.
    e. Nach Erhalt des Briefes hat die/der Senior*in zwei Wochen Zeit, um zu antworten und
    einen Brief an ihren Briefpartner zu schicken. Alle Kosten (Porto) werden vom JRK SG für
    beide Seiten übernommen.
    f. Nach dem Austausch der ersten beiden Briefe werden beide Seiten gebeten, der JRK
    Projektleitung zu bestätigen, dass der Kontakt aufgenommen wurde und jede Seite ihren
    ersten Brief erhalten hat.
    g. Falls ein Brief nicht in der vereinbarten Zeit erhalten wurde, sollen sich die Personen an
    das JRK wenden, das versuchen wird, das Problem herauszufinden und zu lösen.
    h. Das JRK fragt in zeitnahen Abständen nach, ob die Brieffreundschaft regelmässig gepflegt wird.
  5. Kontakt
    Projektinitiantin: Freiwillige JRK
    Klara Besuchet, E-Mail: klara.besuchetprotonmail.com
    Jugendrotkreuz: Bianca Ammann, Fachverantworltiche Jugendrotkreuz
    E-Mail: jugendrotkreuzsg-srk.ch Tel: 071 227 99 66 Fax: 071 227 99 69
    Internetseite: https://www.srk-sg.ch/jugendrotkreuz